Green Day in Berlin, 30.August 2012

“Let’s go
fu**ing crazy!” Der vermutlich am häufigsten gehörte Satz des Abends war
auch gleichzeitig der, mit dem Green-Day-Sänger Billie Joe Armstrong uns am
Donnerstagabend begrüßte. Zuvor hatten bereits die sympathischen Jungs von All
Time Low und Angels & Airwaves um Blink 182-Frontmann Tom DeLonge dem
Publikum mehr (All Time Low) oder weniger (Angels & Airwaves) eingeheizt. Erstere
konnten uns sogar zum ersten Moshpit des Abends bewegen, während es bei Angels
& Airwaves augenscheinlich mehr um die Qualität der Musik als um eine gute
Show ging.

 

Nachdem „YMCA“ und „Blitzkrieg Bop“ durch die Boxen der nicht ganz
ausverkauften Kindlbühne in der Wuhlheide dröhnten, kamen Green Day recht
pünktlich um 20:30 auf die Bühne gestürmt und legten nach einer kurzen
Begrüßung (ich zitierte bereits) mit „Welcome to Paradise“ los. Danach wurden
in bekannter Manier zunächst einige der neueren Songs (u.a. Holiday, Murder
City, Know your Enemy) und auch drei Songs vom neuen Album gespielt, sowie
einige der größten Hits des Trios (Basket Case, She, Longview, Brain Stew,
etc.) Wer noch nie bei einem Green Day-Konzert war: Bekannte Manier, das heißt,
viele Aufforderungen „fu**ing crazy“ zu werden, sehr viele „Eeeeeyy-oooos“ zum
Nachsingen, Toilettenpapier, T-Shirts, die in die Menge geschossen wurden,
Wasserwerfer, mehrere Zuschauer auf der Bühne (tolles Duett bei Going to
Pasalaqua) und noch mehr „Eeeeeeyy-oooos“. Songs wie „Minority“ oder „King for
a Day“ wurden um Minuten verlängert, um die Band vorzustellen, ein Medley quer
durch die Musikgeschichte zu geben, oder die Instrumente zu tauschen und über
die Bühne zu tanzen. Obwohl in der Zugabe mit „99 Revolutions“ noch ein neuer
Song gespielt wurde, beschränkten sich Green Day vor allem auf ihre alten Hits
und spielten beispielsweise nur 2 Songs vom (noch) aktuellen Album 21st Century
Breakdown. Und während es anfing zu regnen, ließ sich das Publikum von Billie
Joe Armstrong mitreißen, bis auch wirklich jeder durchgeschwitzt war und das
Konzert mit „Good Riddance“ sein traditionelles Ende finden konnte. Fazit: Eine
solche Energie und Begeisterung an ihrer Musik können nur sehr wenige Bands rüberbringen
und auf das Publikum übertragen. Es macht jedes Mal Spaß, den Jungs aus Kalifornien
bei ihrer Arbeit zuzusehen und mit ihnen zu feiern! Ein Glück, dass nach den drei neuen Alben eine Welttournee auf uns wartet!

 

Von Timon H.