ITCHY „happy little accidents“

Ich war gerade noch in Argentinien unterwegs, als mich die Frage von meinem Kumpel erreichte: „Hör mal, hast du Lust ins neue Album von Itchy reinzuhören?“ Lange überlegen musste ich da tatsächlich nicht – klar hatte ich Lust und konnte bei meinem rund 13 stündigen Rückflug die Zeit fürs Musikhören nutzen. Und was soll ich sagen? Mir gefällt das Album und dass sogar richtig gut. Die schöne Mischung aus Pop und dem unverkennbaren Punkrocksound hat mich abgeholt – für mich ganz klassisch Skatepunk. Und was ich daran mag? Es ist die Zusammensetzung aus doch relativ ernsten Texten, mit Gedanken und Gefühlen die jede*r schon einmal erlebt hat, untermauert mit Musik die es schafft den doch ernsten Gedanken in etwas „sanfteres“ zu hüllen. Und das Ganze führt dann einfach dazu, dass man hier ein Album vorliegen hat, welches sich easy anhören lässt und dabei gar nicht langweilig ist und die Stimmung runterzieht oder jemanden – bzw. mich – dazu verleitet, die Skip-Taste zu betätigen um den Song der Songs aus dem Album herauszufiltern.

Wo fange ich an? Es sind 12 Songs auf dem Album und jeder dieser Songs erzählt für mich eine kleine Story. Eine Situation oder ein Geschehen welches man versucht zu verstehen, versucht zu verändern und man dann doch manchmal resigniert und wütend wird. Vielleicht auch mal das Gefühl auf der Stelle zu treten und nicht zu wissen wohin der Weg einen führen wird oder einfach das Gedankenspiel auszusprechen was man denkt und dabei einfach mal außen vorzulassen, dass man den Mitmenschen ggf. ordentlich vor den Kopf stößt.

Für mich ist „Kill the Party“ einer der Songs die zu gut mein Gedankenkarussell während diversen Teamsitzungen, Betriebsversammlungen oder eher anstrengenden Mittagspausen beschreibt. Zu sehr hätte ich auch einfach mal richtig Lust und Laune allen an meinem Meinungsreichtum zu sämtlichen Thematiken teilhaben zu lassen, was dann definitiv schon auch mal damit endete dass die Mittagspause von mir „gekilled“ wurde. Bitte – der Song beschreibt das auch einfach zu gut! Danke.

„Bleeding heads and heart attacks“- wer kennt es nicht, dieses Gefühl von innerlicher Zerrissenheit ob das Leben gerade so wie es ist lebenswert ist oder nicht. Ob man alle Zelte abbrechen soll und etwas neues anfangen soll, oder ob man sich damit Zufrieden gibt wie das Leben gerade ist. Denn auch, wenn man sich Glücklich fühlt und eigentlich so ziemlich das erreicht hat, was man sich wünscht und sich auch noch bester Gesundheit erfreut – so lodert ja doch in jedem ab und an diese kleine Flamme der Ungewissheit, der Unzufriedenheit und dem Wissen, dass man selbst nicht weiß, was man will. Dieses Gefühl kann bedrücken, kann pushen, kann aber auch zur Rastlosigkeit führen. Die Zeilen des Songs beschreiben den Zwiespalt der Gedanken ganz gut und ich hatte ziemlich schnell viele Szenen und Vergangenes im Kopf, in dem ich mich genau in diesem inneren Konflikt befand – mit allem was dazu gehört – bleeding heads and heart attacks.

Ein weiterer Song des Albums, der mich voll und ganz abgeholt hat und zu dem ich nun auch gar nicht viel schreiben brauche ist „Shit gets real“ – ich denke der Titel sagt schon genug aus und ich traue mich zu behaupten, dass sich das derzeit so gut wie jede und jeder mal so im Laufe des Tages ins Gedächtnis ruft., wenn man so durch den Tag streift. Für mich ist nicht nur die politische Lage die gerade weltweit ziemlich shitty ist, sondern auch der Umgang meiner Mitmenschen untereinander, der mir zusehends rücksichtlos und brutal vorkommt und ein gutes Miteinander immer mehr in die Ferne rückt.

Abschließend und ganz kurz um – ich mag das gesamte Album sehr gern, die von mir hervorgehobenen Songs, sind meine persönlichen Favoriten und daher auch aus meiner Sichtweise hier aufgegriffen worden. Abschließender Tipp – hört selbst rein und habt Freude, ich hatte auf jeden Fall eine gute Zeit für meine Ohren und Gefühle.