„Wir lieben Türen“ – Die Monsters of Liedermaching im Zakk in Düsseldorf

Es kommt selten vor, dass der Gesang des Publikums, die Musiker auf der Bühne übertönt.
Aber sechs Männer, ausgestattet mit Akustikgitarren, Blockflöten, Glockenspielen, Triangeln, Mini-Saxofonen, schlechten Witzen (die eigentlich doch ziemlich lustig sind) und einer Menge guter Laune – sie schaffen das tatsächlich.
Gibt es etwas besseres, als den Montagabend mit den Monsters Of Liedermaching im Düsseldorfer Zakk zu verbringen? Die Antwort ist einfach – Nein!

Die Monsters of Liedermaching sind eine der Bands, die eigentlich immer und überall spielen, und trotzdem habe ich es bisher nie geschafft, sie tatsächlich live zu erleben. Als sich spontan die Gelegenheit ergab, die Chaotentruppe endlich einmal auf der Bühne zu erleben, gab es nicht mehr viel zu überlegen.
Meine Erwartungen waren hoch, doch letztendlich wurden sie noch weit übertroffen. Denn diese Band weiß nicht nur, wie man ein Publikum unterhält, sondern hat selber auch noch unglaublich viel Spaß dabei.
Das Publikum an diesem Abend ist bunt gemischt: Von Kindern, die höchstens zehn Jahre alt sein können, bis hin zu den Besuchern im Rentenalter, ist alles dabei.

Als die Band um kurz nach 20 Uhr die Bühne des Zakk betritt, dauert es nicht lange, bis der Funke auch auf das Publikum überspringt.
Ein leicht melancholischer Partysong zum warm werden, ein Lied über Laternen, das jeder Mitsingen kann, auch wenn er den Text eigentlich nicht kennt, ein Loblied auf Zwerge und eine Weltklassemelodie bieten schon zu Beginn einen Querschnitt durch die zahlreichen Schaffensperioden der Gruppe und führen schon schnell zu der Feststellung, dass dieses Konzert perfekt dafür geeignet ist, einige Songs aufzuzeichnen.

Immerhin ist das Publikum an den passenden Stellen hoch konzentriert und singt an anderen lautstark mit.
Das Set ist abwechslungsreich, in fast jedem Song wird das Publikum auf irgend eine Weise mit eingebunden – beispielsweise durch die obligatorischen Aufrufe zum Sitzpogo und aufbrandenden Applaus im Stil einer Sinatra Show genau an den richtigen Stellen (natürlich alles spontan und improvisiert. Aufnahmen fälschen geht ja mal gar nicht, so etwas würde man doch niemals machen. Niemals!). Das Ganze nimmt allerdings ungeahnte Ausmaße an. Denn plötzlich ertönt nicht nur zu Beginn der ersten Strophe (und das bedarf auch ein wenig Übung), sondern zum Beginn jeder Strophe tosender Applaus. Aber was solls, so klingt die Aufnahme letztendlich doch noch viel besser. Und alle haben Spaß – was will man mehr?

Für die meisten Bands wäre nach 16 Songs schon Schluss, aber weil die Monsters eben nicht wie alle anderen sind, geht es jetzt erst richtig los. Eine (mehr oder weniger) professionelle Modenshow der Band, zahlreiche verkaufte Tour-Shirts und eine 15-minütige Pause später geht es noch ereignisreicher, lauter und lustiger weiter als zuvor. Mit „Superkackwurst“ beginnt die zweite Hälfte da, wo die Erste aufgehört hat. Bei einem der absoluten Klassiker der Band, „Hartz 4“ erreichen die Mitsing-, vielleicht auch eher Mitgröhlchöre einen ersten Höhepunkt. Aber wer glaubt, dass da nicht noch mehr geht, hat sich geirrt. Mit den verschiedensten Instrumenten stellen die Monsters ihre musikalischen Fähigkeiten unter Beweis – die Nasenflötensolos, Mini-Saxofon Jam Sessions, das Triangelklimpern und das Glockenspiel dürfen natürlich auch nicht fehlen.
Was an dieser Stelle noch dringend anzumerken ist: Die Band besitzt jetzt ein chromatisches Hightech Glockenspiel, mit dem man(n) sogar die Halbtöne spielen kann. Die Glockenspielsolos sind ab jetzt also noch traumhafter.

Dass das Publikum die Band beim Singen übertönt, kommt nur sehr selten vor, aber gestern Abend hat es geklappt. Der Refrain zu „Tod In der Nordsee“ ist kaum noch zu hören, so laut sind die Publikumschöre.
Als dann endlich auch die Türenfetischisten auf ihre Kosten kommen, zeigt sich schnell, dass die meisten eher eine schlechte Drehtür abgeben. Und dann ist leider auch schon Schluss.

Vorerst.   

Der erste Zugabenblock beginnt mit einem einsamen Sänger, einer Gitarre (was auch sonst) und der Ankündigung: „Runter mit dem Niveau!“. Und dann folgt das Lied, auf das viele offensichtlich schon lange gewartet haben: „Frösche Weinen Nie“. Auch hier beweisen die Monsters of Liedermaching unter vollem Körpereinsatz, dass sie nicht ohne Grund den Ruf haben, eine fantastische Liveband zu sein.
Die Ansage zu Beginn war berechtigt, schließlich folgen jetzt die Lieder, die nicht unbedingt für die Anwesenden Kinder geeignet sind – andererseits, man kann nie früh genug alles über Blasen(schwächen) und Alkohol lernen.

Jeder schöne Abend muss leider auch irgendwann ein Ende haben, dieser hier ist da keine Ausnahme.
Nach soliden zweieinhalb Stunden Spielzeit und fast 40 Songs beenden die Monsters ihr Set mit einem letzten, ohne Verstärkung dargebotenen Song. Das Publikum stellt ein letztes Mal seine Disziplin unter Beweis – das lautlose Klatschen und Jubeln funktioniert ausgezeichnet und dann ist
Schluss.

Alles in allem ein fantastischer Abend, an dem nicht nur die Stimmbänder, sondern mindestens im selben Maße auch die Lachmuskeln beansprucht worden sind. Danke Monsters! Wir sehen uns hoffentlich sehr bald wieder!

 

Und Bilder vom Abend gibt es natürlich auch!

Monsters Of Liedermaching